Nicht im Abseits
Sie ist Teil der pädagogischen Arbeit in der Tageswohnung für wohnungslose Menschen: Abseits!? – die erste Osnabrücker Straßenzeitung. 1995 mit einer Auflage von 1.000 Exemplaren gestartet, werden heute alle zwei Monate 7.000 Exemplare gedruckt. Die Soziale Dienste SKM gGmbH verantwortet die Straßenzeitung und wird bei der Finanzierung vom Förderkreis Wohnungslosenhilfe in Osnabrück unterstützt.
Verkauft wird sie hauptsächlich von wohnungslosen und ehemals wohnungslosen Menschen. Im Förderkreis entstand die Idee, mit dem Verkauf von Wohlfahrtsmarken einen zusätzlichen Arbeitsplatz bei „Abseits!?“ in Verbindung mit dem Jobcenter Osnabrück anteilig zufinanzieren.
Das „Projekt 20.000 plus“ wurde initiiert: Mehr als 20.000 Marken sollen jährlich verkauft werden, um aus dem Erlös einen langfristig geförderten Arbeitsplatz zu sichern. Ein durchaus optimistisches Vorhaben, für das sich die Mitglieder des Förderkreises in ihrer ganzheitlichen Arbeit konsequent einsetzen. Sie wollen in ihrer Stadt hilfsbedürftige Menschen nicht im Abseits stehen lassen.
Der Erlös kommt an!
Mit den Erlösen Wünsche erfüllen!
Dass man mit dem Verkauf von Wohlfahrtsmarken „seiner“ Einrichtung den einen und anderen Sonderwunsch erfüllen kann, das hat sich mittlerweile in der großen Caritas-Familie herum gesprochen. Beim katholischen Kindergarten St. Christophorus in Friesoythe, in dem aktuell 160 Jungs und Mädchen betreut werden, sind die gezackten Helfer schon seit vielen Jahren eine willkommene Finanzierungshilfe, wenn es um zusätzliche Spielgeräte für die Kids geht.
Marlies Looschen, Leiterin des Kindergartens, hat schon als Praktikantin Wohlfahrtsmarken verkauft und in ihrer Kollegin Getraud Wegmann eine Mitstreiterin gefunden, die den Einsatz von 14 ehrenamtlich engagierten Eltern plant und koordiniert. Und das mit Erfolg: Im letzten Jahr sind durch den Markenverkauf über 2.200 Euro zusammengekommen – ein stolzes Ergebnis, wenn man weiß, dass sich der Betrag nur aus den Zuschlägen ergab. Mit den Einnahmen hat das Kindergarten-Team dann Spielgeräte im Außenbereich angeschafft. Die unbändige Freude der Kleinen – so Marlies Looschen - motiviere immer wieder, sich für den Verkauf der Marken einzusetzen. Zumal es an Wünschen für Geräte und Spielsachen nicht mangelt.
Jedem wird geholfen
Unabhängig von Alter, Geschlecht, Religion, Nationalität und Hautfarbe – jedem, der beim Notnagel e. V. in Metzingen anklopft, wird geholfen. „Wir wollen grundsätzlich Menschen helfen, die in Not geraten sind“, so die 1. Vorsitzende Barbara Eberwein.
Dabei können die Anlässe dazu unterschiedlichster Natur sein: Die alleinerziehende junge Mutter, der das Nötigste fehlt, Hochwasser-Opfer in Dresden, die ihr Hab und Gut verloren haben, Hilfe für Opfer, die während des verheerenden Tsunamis in Indonesien ihre Familie verloren haben – die Liste lässt sich beliebig verlängern.
In diesem Jahr will der Verein die Zuschlagserlöse aus dem Wohlfahrtsmarkenverkauf einem elfjährigen Jungen von der Schwäbischen Alb zur Verfügung stellen. Er leidet an einer Bewegungsstörung und benötigt zur Verbesserung seiner Lauffähigkeit und der damit verbundenen eingeschränkten Darmtätigkeit ein spezielles Trainingsgerät. „Helfen macht Spaß“, betont Barbara Eberwein – und mit dem Erlös aus dem Verkauf der Wohlfahrtsmarken kann man es direkt, unmittelbar und sofort!
Ein Herz für Behinderte
Im bayrischen Pocking verkauft Josef Jellbauer als Freiwilliger Helfer des Caritas Ortsvereins Wohlfahrtsmarken. Sein Weg führt ihn zu ortsansässigen Geschäftsleuten, aber auch bei Privatleuten findet er immer wieder Abnehmer für das „Porto mit Herz“.

Der Erlös aus dem Markenverkauf wird zielgerichtet eingesetzt: behinderte Kinder des St. Ulrich Heims erhalten Unterstützung für Urlaubsreisen in den Sommerferien. Aber auch Feste im Sommer, zu Weihnachten und Geburtstagsfeste werden aus den Zuschlagserlösen mit finanziert. Josef Jellbauer sieht sich mit seinem ehrenamtlichen Engagement belohnt, wenn er damit „seinen“ Kindern helfen kann. Auch für ihn gilt: Jeder Cent zählt!
Hilfe ohne Umweg
Ein großes Klettergerüst, neue Möbel, Bücher, Spielsachen: Mit den Erlösen aus dem Verkauf von Wohlfahrtsmarken kann die katholische Kindertagesstätte „Maria Gnaden“ in Berlin den Kita-Alltag schöner und bunter machen. Im Herbst, wenn die kleineren Kinder neugierig fragen, warum in der Kita plötzlich diese Plakate rumhängen, schlägt dann die Stunde der Großen, die sich mit ihren sechs Jahren genauestens auskennen: „Das ist für die Briefmarken!“ Weiß man doch, war ja letztes Jahr und vorletztes Jahr und vorvorletztes Jahr genauso.

Es ist seit 22 Jahren so: Immer im Herbst rühren die Erzieherinnen die Werbetrommel für die Wohlfahrtsmarken, hängen Werbeplakate auf, schicken Briefe los, sprechen Eltern an: „Wollt ihr nicht ...?“
Viele wollen, denn direkter helfen geht nicht: 20 bis 55 Cent kosten die Wohlfahrtsmarken zusätzlich zum Porto – und das sind 20 bis 55 Cent, die direkt in die Kita-Kasse fließen. Ohne Umweg, ohne Bürokratie. 200, 300, in guten Jahren kommen auch mal 600 Euro zusammen. Keine riesigen Beträge. Aber genug, um für die 65 Kinder manch schönes Extra zu finanzieren.
Weitere mit Wohlfahrtsmarken finanzierte Projekte stellen wir Ihnen hier vor.


